Stadtrundgang

Stadtrundgang

1. Das Rathaus (687,2 KiB)
Das Rathaus mit seinem steinernen Sockel aus dem Jahre 1580 und dem Fachwerkaufbau um 1686 nach dem großen Brand ist beeindruckend. Hier trafen sich die Zünfte. Der Salzhandel für die umliegenden Gemeinden und die Stadt Marbach wurde hier im Hause seit dem 16. Jahrhundert bis 1814 betrieben. Die Hochwassermarken an der Rathausecke zeugen von der früheren Geisel Steinheims.

2. Der Marktbrunnen (778,6 KiB)
Der Löwe als Halter des Württembergischen Wappens ist eine Arbeit aus dem Jahre 1686. Am Brunnentrog waren die Eichgeräte angebracht. Der Brunnen war im Mittelalter für Mensch und Tier eine notwendige Einrichtung. Von hier aus sind drei ehemalige Stadttore zu sehen.

3. Der Markt
Eine Brotlaube und eine Metze sind schon 1294 eingerichtet worden. Der Markt ist 1451 bestätigt und wurde 1609 erneut verliehen. Viel besucht waren die Holz- und Krämer-Märkte, aber auch der Viehmarkt hatte regen Zuspruch aus der ganzen Gegend. Seit 1974 werden hier auch Wochenmärkte abgehalten.

4. Die Martinskirche (1,448 MiB)
Die dem Frankenheiligen Martin von Tours geweihte Kirche ist erstmals 1235 erwähnt. Sie war Mutterkirche der Umgebung und Grablege des Dietrich von Plieningen sen. und von einem ummauerten Friedhof umgeben. Bei Bedrohung der Bevölkerung fanden die Familien hier Schutz durch die von den Zünften gestellte Bürgerwehr. Die Kirche ist von Mai bis September täglich (außer Montag) von 11.00 - 16.00 Uhr durchgehend geöffnet.

5. Das Badtor
Es war das Stadttor, vor dem das Badehaus lag. Dieses stellte im engbebauten Stadtkern eine Feuersgefahr dar und war bis 1706 in Betrieb. Vom Badehaus hieß es: "Willst du einen Tag fröhlich sein, so lasse dir zur Ader, willst du eine Woche fröhlich sein, so gehe ins Bad, willst du ein Jahr fröhlich sein, so nimm ein junges Weib".

6. Die Murrbrücke (772,5 KiB)
Der Schultheiss Hans Trautwein liess anstelle einer Furt durch die Murr 1603 die Murrbrücke errichten, wovon noch zwei Joche erhalten sind. Durch Eistreiben wurden Teile 1796 weggerissen. Die Murr war Flossstrasse für Brennholz aus dem Murrhardter Wald von 1517 bis 1892.

7. Hans - Trautwein - Haus (493,2 KiB)
Einst Frühmesshaus, wurde es unter dem Schultheissen Andreas Lempp 1565 "Deutsche Schule". Schulhaus war es bis 1963, später Stadtbücherei und Urmensch-Museum. Seinen Namen hat es von dem rührigen Schultheissen Hans Trautwein, der sich für seine Gemeinde sehr eingesetzt hat und dafür mit dem Leben büssen musste.

8. Mühle
Die Mühle ist im Besitz des Klosters Hirsau im 12. Jahrhundert erwähnt. 1262 vom Kloster Mariental erworben, wurde sie Fleckenmühle und brannte 1634 mit vielen anderen Gebäuden ab. Der Mühlenbetrieb wurde 1972 eingestellt.8.

9. Deutscher Hof
Hier residierten die von den Kaisern eingesetzten Vögte, unter denen heute noch berühmte Namen - wie von Gaisberg und von Weiler - sind, in der Zeit von 1363 bis 1551.

10. Haus der Minnesänger
In diesem Haus lebte bis zu seinem Tode im Jahre 1694 der letzte "Deutsche Minnesänger" Johannes Schweikart, im Totenbuch steht: "Teutscher Poet und Reimemacher".

11. Das Schaftor
Es hat seinen Namen von dem nahen Schafhaus. Das Tor wurde mit der Stadtmauer bald nach 1300 errichtet. Es war an einer wichtigen Strasse zur "Schwäbsbrücke" und zur Salzstrasse nach Hall. Das Tor musste für den heutigen Verkehr erweitert werden.

12. Das Schlössle (603,1 KiB)
Das Schlössle wurde 1624 erbaut. Der berühmte Orgelbauer Michael Schmahl hatte hier seine Werkstatt. 1693 abgebrannt, wurde es 1732 von Johann Christoph Hueber aufgebaut. Der Bezirk war mit eigener Mauer umwehrt. Eine Renovierung wurde 1991/92 durchgeführt.

13. Ehemaliges Ziegeltor
Durch dieses Tor führte die Strasse nach Heilbronn und Schwäbisch-Hall. Seinen Namen hat es von der Nähe der Ziegelhütte. Bald nach 1294 direkt neben dem Steinbruch errichtet, diente es bis 1815.

14. Klosterhofmeisterei
Dieses Gebäude wurde 1568 über einem in den Felsen gehauenen Keller als Neue Klosterhofmeisterwohnung erbaut. 1693 abgebrannt und 1700 wiedererrichtet. Geburtshaus des Entomologen Prof. Christoph Zeller.

15. Klosterkelter (584,6 KiB)
Die ehemalige Klosterkelter zeigt über dem Kellerbogen die Jahreszahl 1489. Damals wurde der Keller aus dem Felsen gehauen und die Kelter mit vier Bäumen darauf errichtet. Seit 1834 im Besitz der Gemeinde, wird sie auch heute noch als Kelter genutzt. Sie wurde 1990 renoviert.

16. Ehemaliges Rathaus (1,261 MiB)
Es wurde von dem Schultheissen Caspar Horneck 1594 als Rathaus erbaut. Steinheim hatte zeitweise zwei Rathäuser ! 1782 kaufte es die evangelische Kirchengemeinde als Pfarrhaus und es wurde als solches bis 1977 benutzt. Von der Stadt Steinheim erworben, wurde es zu einem bedeutenden Mittelpunkt ausgebaut.16.

17. Ehemalige Klosterkirche (781,6 KiB)
Das Museum zur Kloster- und Stadtgeschichte ist in der ehemaligen Klosterkirche eingerichtet. Auf römischen Gebäuderesten bauten die Markgrafen von Baden einen Herrenhof, der 1255 vom Konvent erworben und zur Kirche umgebaut wurde. Nach der Reformation war sie Fleckenkirche und ist 1643 abgebrannt. Durch Archäologische Grabungen 1981 bis 1983 wurde das Kloster erforscht und 1989 das Museum eröffnet.

18. Äussere Klostermauer
Das Kloster Mariental wurde 1255 von Elisabet und Berdhold von Blankenstein gegründet. Die Gebäude wurden errichtet, der Bezirk mit Mauern umgeben. Diese Mauer begrenzte den Äusseren Klosterbezirk. Das Gewann "Hinter der Mauer" hat daher seinen Namen.

19. Gedenkstätte des Homo steinheimensis (825,1 KiB)
Dem hervorragenden Menschenfund in der ehemaligen Grube Sigrist, umgeben von den Kiesen und Sanden, ist diese Gedenkstätte gewidmet. Sie wurde 1991 errichtet.

20. Fundstätte des Homo steinheimensis (774,1 KiB)
Wenige Meter von hier wurde 1933 von Karl Sigrist jr. der wohl wichtigste Fund, der Schädel einer Frau die vor etwa 250.000 Jahren lebte, gefunden. Sie stellt ein wichtiges Glied der Menschheitsgeschichte zum Heute-Menschen dar.

21. ehemalige Sandgrube Sigrist
Seit 1905 wurden hier Kiese und Sande abgebaut. Die Arbeiten sind von Hand ausgeführt worden, sodass die Funde gut erkennbar waren. Es sind Knochen von Grosstieren, hauptsächlich von Wald- und Steppenelefanten, Urs, Bisons, Hirsche, Wasserbüffel und vieles mehr gefunden und geborgen worden.

22. Lokomotive (737,4 KiB)
Die Lokomotive ist heute ein technisches Denkmal. Sie wurde 1918 für das Erzgebirge von der Fa. Henschel gebaut und war auf der ersten Schmalspurbahn in Württemberg zwischen Marbach und Heilbronn-Süd bis zur Einstellung 1966 in Betrieb.

23. Das Wasserrad (743 KiB)
Es wurde 1896 anstelle eines hölzernen Rades gebaut. Es ist mit 6,20 Meter Durchmesser und einer Wassernutzung von 2,16 Meter ein halbmittelschlächtiges Kropfrad. Die Eichklammern von 1850 (rote Punkte mit Verbindungsstrich am Gebäude) sind noch erhalten. Das Stellwerk wurde 1970 während eines Hochwassers entfernt. Das Wasserrad ist ein technisches Denkmal.

24. Die Bottwarbrücke
Schon 1588 wurde hier die steinerne Brücke durch Hochwasser weggerissen. Eine neue Brücke wurde gebaut. 1825 wurde ab der Bottwarbrücke die Bottwar in ein begradigtes Bachbett verlegt, der Einlauf in die Murr verbessert und der Rückstau, der manchmal Grund zu Hochwasser war, gemindert. Das Gewann "Brühlwiesen" wurde wesentlich grösser, die heutige Brühlsiedlung ist grösstenteils südlich der ehemaligen Bottwar. Die heutige Bottwarbrücke wurde 1981 errichtet.

25. Das Bottwartor
Es war das Stadttor zur Bottwar und hieß früher auch Murrer-Tor (an der Strasse nach Murr). Es wurde bald nach 1294 mit dem Mauer- und Torebau errichtet und grenzte an das Kloster Mariental an.